Mietvertrag Gewerberaum

Wichtige Information zu den MieteinnahmenBei einem Mietvertrag für Gewerberäume gibt es eine ganze Reihe von wichtigen Aspekten und Besonderheiten zu beachten. Aus diesem Grund haben wir für Sie auf dieser Seite das Wichtigste zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

1. Was sollte auf jeden Fall in einem Mietvertrag für Gewerberäume stehen? Welche Angaben werden benötigt?

Folgende Angaben sollten auf jeden Fall in einem Mietvertrag für Gewerbeflächen enthalten sein:

  • Name, Vorname des Mieters,
  • Name, Vorname und Anschrift des Vermieters,
  • Anschrift des zu vermietenden Büros, der zu vermietenden Ladenfläche, Gastronomieräume etc.,
  • falls notwendig, eine Vertretungsvollmacht der Vertragspartner,
  • Lageplan, mit dem eingezeichneten Büro, der Ladenfläche, der Gastronomieräume als Anlage,
  • Beginn des Mietverhältnisses,
  • Höhe der zu zahlenden Miete (monatliche Grundmiete sowie Betriebskosten),
  • zusätzlich anfallende Betriebskosten (z.B. Pförtner, Wachschutz etc.),
  • Angaben zum Mietkonto,
  • Anzahl der übergebenen Schlüssel,
  • Regelungen über Schönheitsreparaturen, wer trägt die Kosten dafür,
  • Regelungen über die Verkehrssicherungspflicht (wer ist für das Schnee räumen verantwortlich etc.),
  • Kündigung des Mietvertrages,
  • Hinweise auf Anlagen wie Übergabeprotokoll, Grundrisse, Schriftstücke mit Sondervereinbarungen, Zusatzvereinbarungen, Hausordnung etc. (Beschriftung der Anlagen nicht vergessen!),
  • Unterschrift beider Mietparteien

2. Was regelt ein Mietvertrag für Gewerbeflächen?

Folgende wichtige Punkte regelt ein Mietvertrag für Gewerberäume:

  • Ob ein Mietverhältnis unbefristet oder befristet sein soll,
  • genaue Bezeichnung der Nutzungsart (z.B. Büroräume für eine Versicherungsagentur), zum Schutz vor Missbrauch,
  • Festlegung der Branche/des Warensortimentes zum Konkurrenzschutz gegenüber anderer Mietparteien des Objektes,
  • eventueller Ausschluss des Angebotes einzelner Warensortimente,
  • Benutzung von Außenflächen,
  • Anbringen von Werbung an der Fassade des Mietobjektes
  • erlaubte Umbaumaßnahmen durch den Mieter,
  • ob eine Mindestmietzeit vereinbart wird,
  • zusätzliche Betriebskosten,
  • Zuständigkeit für die Hausordnung,
  • Beteiligung des Mieters an Schönheitsreparaturen, Kleinstreparaturen (BGH-Rechtsprechung vom 18.03. 2015 beachten!),
  • vertragliche Mieterhöhung (z.B. Staffelmiete),
  • Höhe der Mietkaution,
  • Art der Mietzahlungen (Lastschrift, Überweisung, bar),
  • Daten zur Einrichtung und den Gegenständen in der Wohnung, Sonderausstattungen (z.B. bei möblierten Wohnungen).

Wichtig!

Tipp zu den MieteinnahmenVergessen Sie nicht, alle Anlagen zum Mietvertrag beizufügen und diese entsprechend zu beschriften. Sämtliche Anlagen zum Mietvertrag sollten so konkret wie möglich bezeichnet werden. Das könnte wie folgt aussehen:

Anlage 1, zum Mietvertrag über die Vermietung der Büroräume (Straße, Postleitzahl, Ort), 1. OG, links. Die Schriftform ist dann gewahrt, wenn im Mietvertrag auf die Anlagen hingewiesen werden und beide Vertragspartner ihre Unterschrift auf jedem einzelnen Blatt der Anlage setzen. Anlagen eines Mietvertrages können Grundrisse, Übergabeprotokolle, Schriftstücke mit Sonder- und Zusatzvereinbarungen, Hausordnung etc. sein. Anlagen zum Mietvertrag müssen an den Mietvertrag angeheftet werden.

3. Wofür benötigt man ein Übergabeprotokoll / Abnahmeprotokoll?

Vermietung an Angehörige und VerwandteDie Anfertigung eines Übergabeprotokolls / Abnahmeprotokolls bei der Vermietung von Gewerberäumen ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Es ist aber empfehlenswert ein solches Protokoll bei Übergabe des Mietobjekts anzufertigen. Mit dessen Hilfe können Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter hinsichtlich des Zustandes der Räumlichkeiten bei Übergabe vermieden werden. In diesem Protokoll werden Mängel bei der Übergabe schriftlich festgehalten.

Regelungen im Mietvertrag hinsichtlich Schönheitsreparaturen und anderen Reparatur- und Renovierungsvorhaben kann man somit auf der Grundlage eines solchen Protokolls begründen und festlegen. Des Weiteren ist auch die Verantwortlichkeit für etwaige Schäden mit einem Übergabeprotokoll nachvollziehbarer. Wird dem Mieter zur Überlassung des Mietobjektes auch die Nutzung des Außenbereichs gestattet, dann sollte auch der Zustand des Außenbereichs bei Übergabe des Mietojekts festgehalten werden.

4. Welche Form und welchen Inhalt sollte ein Übergabeprotokoll / Abnahmeprotokoll haben?

Es gibt keine rechtlichen Vorgaben über Form und Inhalt eines Übergabeprotokolls/ Abnahmeprotokolls.

Da ein solches Protokoll den Zustand eines Mietobjekts zum Zeitpunkt der Übergabe festhalten soll, sind zumindest folgende Angaben notwendig:

  • Datum der Übergabe,
  • Datum des Einzugs,
  • Datum des Auszugs,
  • Nennung des Mieters, Vermieters und gegebenenfalls Zeugen,
  • Nennung des Mietobjekts (Anschrift, Etage etc.),
  • Nennung der Ausstattung
  • festgestellte Schäden und Mängel wie beschädigte Einrichtungen etc.,
  • Schlüsselübergabe,
  • Vereinbarung einer Mietkaution (Mietsicherheit),
  • Zählerstände,
  • Vereinbarungen zu etwaigen Schönheitsreparaturen (Übergabeverhandlung),
  • Vereinbarungen zu Kostenübernahmen,
  • Nachfristsetzung.

Hinweis zu den MieteinnahmenDas Übergabeprotokoll / Abnahmeprotokoll sollte zur gegenseitigen Anerkennung sowohl vom Mieter als auch Vermieter sowie gegebenenfalls unter Zeugen unterschrieben werden und den jeweiligen Parteien nach erfolgter Besichtigung in mehrfacher Ausfertigung ausgehändigt werden.