Rente und Mieteinnahmen

Wichtige Information zu den MieteinnahmenViele Rentner haben sich im Laufe des Lebens Vermögen geschaffen, z.B. durch den Kauf einer Immobilie / eines Gebäudes, welche sie dann vermieten. Dabei erzielen sie Mieteinnahmen um ihre Rente finanziell aufzubessern. Lesen Sie hier, was und wie viel Rentner bei Mieteinnahmen versteuern müssen, welche Freibeträge es gibt usw.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Müssen Rentner auf Mieteinnahmen Steuern zahlen und welche Mieteinnahmen sind zu versteuern?
  2. Gibt es Freibeträge bei Renteneinkünften?
  3. Der Altersentlastungsbeitrag bei der Steuererklärung für Rentner

1. Müssen Rentner auf Mieteinnahmen Steuern zahlen und welche Mieteinnahmen sind zu versteuern?

Mieteinnahmen versteuern und dabei Steuern sparenAlle Rentenbezüge, die aus einer gesetzlichen Rentenversicherung stammen, sind innerhalb des deutschen Rentensystems zu versteuern. Je später man Altersrente bezieht, umso mehr verringert sich der steuerpflichtige Part. Bei einem Alter bei Rentenbeginn von 60 Jahren sind es zunächst 22 Prozent, bei einem Alter bei Rentenbeginn von 65 Jahren nur noch 18 Prozent.

Viele Rentner haben sich im Laufe des Lebens eine Immobilie angeschafft, die sie vermieten. Die erzielten Einkünfte aus Mietzahlungen gelten genau wie Lohn, Gehalt und Rente als Einnahmen. Grundsätzlich ist es dabei völlig unerheblich, woher diese Mieteinnahmen kommen.

Diese könnten z.B. aus der:

  • Vermietung einer Wohnung im eigenen Haus,
  • Vermietung einer privaten Eigentumswohnung / eines Hauses,
  • Vermietung einer Ferienwohnung,
  • Untervermietung eines Zimmers in der eigenen Wohnung,
  • Verpachtung von unbebauten Grundstücken,

stammen.

Tipp zu den MieteinnahmenZu den Einnahmen gehört nicht nur die reine gezahlte Kaltmiete oder Pacht, sondern auch sämtliche Nebenkosten, die der Mieter an den Vermieter zahlen. Diese erzielten Mieteinnahmen können sich zum einen steuerlich ausdrücken in der Abschreibung und können als Werbungskosten (z.B. Herstellungskosten, Anschaffungskosten, Instandhaltungskosten, Betriebskosten, Finanzierungskosten etc.) geltend gemacht werden.

Tipp zu den MieteinnahmenIm diesem Falle gibt es aber eine eigene Kategorie in der Steuererklärung. Die Einkommenssteuerpflicht natürlicher Personen mit inländischem Wohnsitz oder Aufenthalt ergibt sich aus § 1 EStG. Nach § 21, Einkommensteuergesetz (EStG) zählen Mieteinnahmen zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, die gemäß § 2, Absatz 1, EStG der Einkommensteuer unterliegen und müssen in diesem Formular entsprechend vermerkt werden. Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung werden in der Anlage V zur Einkommenssteuer angegeben. Aus dem persönlichen Einkommenssteuersatz des Vermieters ergibt sich die Höhe der Steuern. Abzugsfähige Werbungskosten und Steuerfreibeträge reduzieren die Steuerlast.

Siehe dazu auch Steuertipps für Vermieter-Werbungskosten und Abschreibung.

2. Gibt es Freibeträge bei Renteneinkünften?

Freibeträge sind festgesetzte Grenzen, die erst zu einer steuerlichen Veranlagung führen, wenn die finanziellen Einnahmen überschritten werden. Durch diese Freibeträge entsteht eine finanzielle Gleichstellung der Rentner, um deren Altersabsicherung und Lebensunterhalt zu schützen.

Mieteinnahmen im Zusammenhang mit dem Alterseinkünftegesetz

Vermietung an Angehörige und VerwandteMieteinnahmen gehören zu Nebeneinkünften. Mieteinnahmen sind kein Zuverdienst, da Mieteinkünfte keine Einkommen sind, welche aus einer selbstständigen oder nicht selbstständigen Tätigkeit erzielt werden. Rentner, die Mieteinnahmen erzielen, werden im Rahmen des neuen Steuerrechts (eingeführt im Jahr 2005), im Zusammenhang mit dem Alterseinkünftegesetz nach neuen Richtlinien besteuert. Diese Besteuerung betrifft neben den Renten und Rentenbeiträgen auch die Altersbezüge.

Wann Rentner steuerlich veranlagt werden, ist abhängig davon, wie hoch die Summe aller erzielten Einkünfte ist (Rentenzahlungen und die sogenannten steuermindernden Abzugsbeiträge/Freibeträge). Viele Rentner, die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen, sind bereits seit 2005 steuerpflichtig weil die Grenze des sogenannten Freibetrages durch diesen Mehrbezug deutlich überschritten wird. Seit dem Jahr 2009 beträgt der zu versteuernde Prozentsatz für die gesamten Einkünfte von Rentnern 60 Prozent. Dieser wird sich voraussichtlich bis 2020 um zwei Prozent erhöhen.

3. Der Altersentlastungsbetrag bei der Steuererklärung für Rentner

Steuersätze in Deutschland, Österreich und der SchweizIm Hinblick auf die Versteuerung von Mieteinnahmen innerhalb der neuen Rentenbesteuerung, spielt der „Altersentlastungsbeitrag“ eine wichtige Rolle. Dieser sogenannte Altersentlastungsbeitrag kann die Mieteinnahmen steuerlich mindern, je nachdem wann das 64. Lebensjahr abgeschlossen wurde. Rentner, die vor dem 2. Januar 1941 geboren wurden, profitieren von dem Altersentlastungsbeitrag. Im Konkreten bedeutet das, einzelne Gewinne oder mehrere Einkünfte sind bis zu 40 Prozent steuerfrei (Höchstgrenze für den Altersentlastungsbeitrag liegt bei 1.900 Euro), je nach Renteneintrittsjahr.

Zur Verdeutlichung folgende Beispiele:

Wenn ein Ruheständler im Jahre 2005 sein 64. Lebensjahr vollendet hat, sehen die Zahlen wie folgt aus:

  • der Altersentlastungsbetrag beträgt lebenslang 40,0 Prozent, höchstens 1.900 Euro.

Wenn die danach noch vorliegenden Einkünfte einen höheren Betrag als 8.652 Euro bei alleinstehenden Ruheständlern oder 17.304 Euro bei Verheirateten ausweisen, dann muss eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden.

Wenn ein Ruheständler im Jahre 2016 sein 64. Lebensjahr vollendet hat, sehen die Zahlen wie folgt aus:

  • ab 2016 beträgt der Altersentlastungsbetrag lebenslang 22,4 Prozent, höchstens 1.064 Euro.

Wenn die danach noch vorliegenden Einkünfte einen höheren Betrag als 8.652 Euro bei alleinstehenden Ruheständlern oder 17.304 Euro bei Verheirateten ausweisen, dann muss eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden.