Vermietung an Angehörige

Vermietung an Angehörige und VerwandteDie Vermietung an Angehörige kann sehr sinnvoll sein. Erfahren Sie jetzt, warum es dennoch mehr als nur einen Grund für diese Praxis gibt. So sichern auch Sie sich attraktive Steuervorteile!

1. Wohnungen an Verwandte vermieten – geht das?

Oft erscheint es etwas anrüchig „Geschäfte“ im Verwandtenkreis zu machen. Doch wer hier nach den gesetzlichen Vorschriften handelt, der braucht sich über „Vetternwirtschaft“ und andere Widrigkeiten keine Gedanken zu machen.

Falls Sie sich also Ihren Onkel, die Tante oder gar die Großeltern als Mieter vorstellen können, dann liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, an sie zu vermieten.

Mit ihnen wird ähnlich verfahren, wie mit einem ganz normalen Vermieter.

  • einen Mietvertrag,
  • Rechte und Pflichten für Mieter sowie Vermieter,
  • Kündigungsfristen,

]an die sich beiderseits gehalten werden müssen.[/box

 Lesen Sie dazu: Mietvertrag Wohnraum und Mietvertrag Gewerberaum

Wichtige Information zu den MieteinnahmenNatürlich genießen Personen aus dem Verwandtenkreis einen anderen Status als ein „normaler“ Mieter. Das bringt Vorteile, kann allerdings bei allzu gutmütiger Handhabung auch zu Problemen führen.

2. Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es?

Wie schon erwähnt, müssen sich auch Verwandte / Angehörige und deren Vermieter aus der Verwandtschaft an gesetzliche Regelungen halten.

Seit dem Jahr 2012 gibt es zum Beispiel folgende Voraussetzung für die volle steuerliche Anrechnung der verbilligten Vermietung an Angehörige:

Die Miete muss sich auf mindestens 66 Prozent des ortsüblichen Preises belaufen um diese steuerlich voll anrechnen zu können.

Sollte dies nicht der Fall sein, können die Kosten nur anteilmäßig als Werbungskosten in der Einkommenssteuerabrechnung geltend gemacht werden.

Zudem gilt:

Die Mieteinnahmen müssen bei der Abrechnung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufgespalten werden.

Anhand dieser Aufschlüsselung in der Einkommensteuererklärung des Vermieters kann anschließend das Finanzamt genau nachvollziehen, welche Kosten tatsächlich erhoben wurden.

Tipp zu den MieteinnahmenGrundsätzlich ist das Verfahren bei der Vermietung an Angehörige seit der Gesetzesänderung aus dem Jahr 2012 erheblich einfacher geworden.

Bis zu diesem Zeitpunkt:

  • musste eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Gewinnprognose für die folgenden 30 Jahre durchgeführt werden (zwischen 56 und 75 Prozent des Mietpreises)
  • es galt bis 56 Prozent der ortsüblichen Miete nur eine anteilige steuerliche Anrechnung

3. Welche steuerlichen Vorteile bietet dieses Vermietungsmodell?

Da es sich bei der Vermietung an Verwandte um Einnahmen handelt, müssen diese logischerweise auch versteuert werden.

Auf dem Steuerformular (oder in der Software) müssen diese unter:

  • Einkommen aus Mieteinnahmen und Verpachtung

verbucht werden.

Nun ergeben sich selbst bei einer vergünstigten Vermietung an Angehörige auch diverse Verpflichtungen für den Vermieter wie zum Beispiel:

  • Reparaturkosten durch Handwerker
  • Versicherungsleistungen
  • Sanierung/Erneuerung von hauseigenen Inventar (Armaturen etc.)
  • Abschreibungen

Diese Ausgaben können dann anschließend ebenfalls geltend gemacht werden.

Das bietet folgende Vorteile:

  • ist der Anteil der Ausgaben im Laufe des Jahres höher als die eigentlichen Mieteinnahmen – wirkt sich das besonders positiv auf die Steuererklärung aus (steuermindernd),
  • alle anfallende Kosten können als Werbungskosten veranschlagt werden,
  • durch die geringen Einnahmen aus der Vermietung mindert sich die Steuerlast,
  • steuerliche Rückerstattungen durch Aufwendungen möglich,
  • es kann als lukratives Sparmodell funktionieren, wenn sich der Vermieter am Mietspiegel der Stadt/Gemeinde orientiert (>= 65 Prozent der üblichen Miete).

Hinweis zu den MieteinnahmenBei allen Vorteilen, die sich aus der Vermietung an Verwandte ergeben können, sollte allerdings auch beachtet werden, dass hier wie bereits erwähnt, die gleichen Rechte und Pflichten für beide Parteien gelten.

Dazu zählt:

  • Mietvertrag muss rechtsgültig und unterschrieben sein,
  • er muss auch allgemeingültig sein (darf keine versteckten Klauseln zur Bevorteilung enthalten),
  • Mietzahlungen müssen regelmäßig und pünktlich erfolgen,
  • keine Rückbuchungen und gleichzeitige Anrechnung der Mieteinnahmen beim Finanzamt.

Zu guter Letzt sollten Sie als Vermieter bei aller Nähe zu den Angehörigen auch darauf gefasst sein, dass die jeweilige Person die Verwandtschaftsbeziehung möglicherweise zusätzlich ausnutzen könnte.

Falls Ihr zukünftiger Mieter beispielsweise mehrfach die Miete nicht zahlen kann, sollten Sie ihn genau wie einen „normalen“ Mieter auf die vertraglichen Bestimmungen aufmerksam machen und im Extremfall auch kündigen.

Lesen Sie dazu: Inhalte des Mietvertrags

Berücksichtigen Sie alle diese Passagen, so steht diesem Steuersparmodell nichts im Wege.